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Schweizerisches Sozialarchiv, Zürich
27.03.2008
Archiv des Vereins für Familiengärten Zürich (VGFZ)

Im Februar 2008 konnte das Schweizerische Sozialarchiv den historischen Aktenbestand des Vereins für Familiengärten Zürich (seit 2006: Dachverband der Familiengartenvereine Zürich) übernehmen.

Familiengärten sind in Zürich bereits für das 17. Jahrhundert nachgewiesen. In der frühen Neuzeit waren es in erster Linie die Familien der Unterschicht, die auf Selbstversorgung angewiesen waren. Im Zeitalter der Industrialisierung wurde der Gartenarbeit dann vermehrt auch eine sozialpolitische Bedeutung zugeschrieben: Die Arbeit im Pflanzgarten sollte zu Fleiss und Familiensinn erziehen und die Arbeiter vom Alkohol und von der Politik fern halten.

In der Versorgungsnotlage des Ersten Weltkriegs wuchs der Bedarf an Pflanzland schlagartig an. In Zürich war Pfarrer Paul Pflüger der wichtigste Förderer der Familiengarten-Bewegung. Auf seine Initiative hin entstand 1915 der Verein für Familiengärten Zürich. Bereits im ersten Jahr wurden 316 Gärten in Betrieb genommen. 1935 wurden 5'657 Parzellen bewirtschaftet und während des Zweiten Weltkriegs erhöhte sich diese Zahl durch die Einrichtung von sogenannten Kriegsgärten vorübergehend nochmals um das Doppelte. Zwischen 1917 und 1971 wurde eine vereinseigene Zeitschrift herausgegeben. Bis ins Jahr 2006 besorgte der Verein für Familiengärten die Verwaltung der hauptsächlich von der Stadt Zürich gepachteten Areale. Es war auch der Verein, und nicht die dreizehn Ortsgruppen, der mit der Stadt die Mietverträge abschloss. Seit 2006 treten nun die Ortsvereine als Vertragspartner von Grün Stadt Zürich auf. Damit hat der Dachverband seine Funktion verloren und wird auf Ende Juli 2008 aufgelöst.

Das Archiv des Vereins für Familiengärten enthält unter anderem die Protokolle der Vereinsorgane (Geschäftsleitung, Zentralvorstand), eine vollständige Sammlung der Jahresberichte und Periodika (Der Familiengarten, Gartenfreund), umfangreiche Arealakten und Unterlagen zu den Ortsgruppe sowie Bilddokumente und Objekte. Das Archiv (SOZARCH Ar 463) kann im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Beschränkungen eingesehen werden.

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